Evangelische Kirche „St. Matthias“ Tannenkirch

Mittelalterlicher Kirchturm, historische Fresken, lebendige Kirchengemeinde


Zwischen den Ortsteilen Uttnach und Ettingen, die wohl auf alemannischen Ursprung zurückgehen, errichteten vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert missionierende Mönche ein erstes Gotteshaus inmitten eines kleinen Waldes. Sicherlich war es nur eine kleine Kapelle, um die sich dann aus Einzelhöfen der neue Ortsteil Tannenkirch entwickelte. Es kann gut sein, dass dies eine Gründung des Cluniazenserpriorats St. Ulrich war; jedenfalls hatte das Kloster 1184 einen Anteil am Tannenkircher Gotteshaus und übte Patronatsrechte aus. 1179 finden wir die erste urkundliche Erwähnung der Kirche; dieses Jahr gilt auch als Gründungsjahr des Dorfes.

 
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Alte Ansicht von Tannenkirch, nach einer Lithographie von Otto Stübe
 

Der Turm nach dem Abbruch des Kirchenschiffes 1972
Um 1300 wurden Kirche und Turm errichtet als sogenannte „Chorturmkirche“ Der alte Turm steht heute noch. Die Kirche war
St. Matthias geweiht.
1740 wird das gotische Langhaus der Kirche, das „zu klein“ geworden war, nach Süden hin erweitert. In der Folgezeit, besonders im neuen Großherzogtum Baden, verfällt die bauliche Substanz der Kirche langsam und ständig, da nie die benötigten Mittel zur Renovation ausreichend zur Verfügung gestellt werden.
Die Bausubstanz war im 20.Jahrhundert so schlecht, dass die Statiker bei den Untersuchungen zur Sanierung die Schließung der Kirche aus Sicherheitsgründen verlangten und das Kirchenschiff für nicht mehr reparabel erklärten.



 
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1972 wurde das Kirchenschiff abgebrochen und der Neubau durch das Staatliche Hochbauamtes in Angriff genommen. Unter der Leitung von Oberregierungsbaurat Günter Mall wurde eine architektonische und konzeptionelle Neugestaltung des Kirchenschiffes unter Einbeziehung des alten Markgräfler Chorturms umgesetzt
Am Erntedankfest 1973 erfolgte die Einweihung der neuen Kirche durch Landesbischof Prof. Dr. Hans Wolfgang Heidland.
An den erhaltenen und restaurierten Turm fügte man einen Kirchenraum an, der als Multifunktionsraum nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für zentrale Gemeindeveranstaltungen und Konzerte Verwendung finden sollte. Für Bestattungen wurde ein Sargraum dem Kirchenschiff angefügt, in dem auch Aussegnungen stattfinden können. Altar und Predigtpult sind beweglich, wie auch die Bestuhlung; und eine kleine Teeküche ermöglicht die Organisation von Gemeindeveranstaltungen.

 
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Die Kirche nach dem Neubau des Kirchenschiffes
 

Blick in den Chor mit Fresken
In der Neukonzeption war der Altarraum ursprünglich nach Süden ausgerichtet.
1986 hat die Kirchengemeinde den Altarraum wieder „geostet“ , so dass der Chorraum mit seinem alten restaurierten Taufstein und den Fresken im Blick der Gottesdienstgemeinde ist.
Der Chorraum ist seitdem auch Ort für Andachten und die Taufhandlung im Gottesdienst.
Die Gemeinde feiert Gottesdienst und Abendmahl unter und im Blick auf das Fresko vom „Jüngsten Gericht“ , das über dem Torbogen zu sehen ist.

 
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Erntedankfeste, Adventsnachmittage, Jubiläumskonfirmationen und weitere Anlässe feiert die Gemeinde mit Gottesdienst und anschließendem Fest an Tischen sitzend; eine schöne Erfahrung in unserer Kirche.
Kammermusikalische Konzerte, Chorkonzerte, Kirchenkonzerte von Musikverein und Gesangverein, sowie gelegentliche Ausstellungen machen die Kirche auch zu einem kulturellen Zentrum des Dorfes.
Die Orgel auf der westlichen Orgelempore war ursprünglich ein von der Landeskirche geliehenes Orgelpositiv der Fa. Heintz (Straßburg)
1990 hat die Kirchengemeinde das Instrument von der Landeskirche übernommen und von der Fa. Jäger u. Brommer (Waldkirch) mit Bassregister erweitern lassen. Bei den Holzpfeifen konnten Reste der alten Merklin-Orgel (1897) eingebaut werden, die als Ganze ebenfalls 1972 abgängig war.

 
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Feier des Erntedankfestes mit dem Musikverein



Reste des gotischen Freskenzyklus
Künstlerisch wertvoll ist die Kirche vor allem durch ihre Fresken im Turm. Diese stammen vermutlich von einem Avignon-Burgundischen Kunstkreis aus der 2.Hälfte des 15. Jahrhunderts. Zu unterscheiden sind in der oberen Reihe Darstellungen aus dem Leben Marias und in der unteren Reihe der 12 Apostel. Die Apostel zeigten auf Spruchbändern Sätze des Glaubensbekenntnisses.






 
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Der obere Freskenzyklus beginnt an der Südwand mit dem Abschied Joachims von seiner Frau Anna; es folgen die Geburt Marias, die Legende von der 12jährigen Maria im Tempel. Über dem Durchgang zum Kirchenschiff verkündet der Engel Maria die Schwangerschaft.
„Ave maria gratia plena“ verkündet das Schriftband. Die Fresken der Nordwand sind z.T. durch die Feuchtigkeit zerstört; die Anbetung der Hirten und die Anbetung der Könige sind erkennbar geblieben.
Der Zyklus wird abgeschlossen durch die Darstellung Jesu im Tempel mit dem Armenopfer für die Neugeborenen.

 
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Darstellung Jesu im Tempel
 

Auf Tafeln übertragene Fresken
Das große Fresko im Kirchenschiff über dem Torbogen ( Das Jüngste Gericht ) zeigt Christus als Weltenrichter, der zu seinen Füßen die Erde hält; ihn flankieren Maria und Johannes.
Während die Darstellungen der „Höllenstrafen“ noch gut zu erkennen sind, ist das „himmlische Elysium“ leider weitgehend zerstört. Erst beim Abriss des alten Kirchenschiffes hat man 1972 unter dem Verputz weitere Fresken entdeckt. Diese sind stark zerstört, die Reste konnten erhalten werden und sind auf Tafeln übertragen. Er handelte sich wohl ursprünglich um einen ganzen Passions-Zyklus; erhalten sind heute nur noch Reste der Fußwaschung, Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung.
 
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Im Außenbereich der Kirche – dem früheren Kirchhof/ Friedhof sind Epitaphe aus dem 17. Jahrhundert an der Mauer zum Pfarrhof und der Außenwand des Turmes zu sehen.

Auf dem Kirchturm wurde 1983 ein Storchennest montiert. Seitdem haben sich Störche angesiedelt. Im Turm hausen Schleiereulen.
 
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Kirchturm mit Störchen
 

Unter der Pfarrlinde
Die auf 250 bis 300 Jahre geschätzte Pfarrlinde im Hof des Pfarrhauses ist zu allen Zeiten ein sehenswertes und beeindruckendes Naturdenkmal; die Lindenbank um den mächtigen Stamm lädt ein zum Ausruhen.
 
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1615 wurde das Pfarrhaus erbaut; weithin sichtbar bildet das historische Bauwerk mit den drei Speichern zusammen mit dem Kirchturm ein markantes Ensemble unter dem Höhenzug der "Hohen Schule". In ihm befinden sich Pfarrwohnung, Pfarramt und die Räume für die Gemeindearbeit, Begegnungen und Angebote für alle Generationen.
Vom früheren Pfarrhof sind nur noch ein historisches Nebengebäude mit einem Torbogen erhalten.
Der Pfarrgarten mit der Pfarrlinde bietet vielfältige Möglichkeiten für die Gemeinde und die Dorfgemeinschaft.
 
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Das Pfarrhaus (1615)
 

Kirchturm mit Pfarrlinde
Die Kirche ist das ganze Jahr über tagsüber geöffnet und kann besichtigt werden.
Neben Kirchenführern finden Sie im Eingangsbereich auch aktuelle Schriften und Informationen, sowie Gebete und Texte, die Sie für ihre persönliche Andacht mitnehmen können.
Wenn Sie die Kirche mit Gruppen besuchen und besichtigen möchten, können Sie sich zuvor auch im Pfarramt anmelden.









 
 
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