Historische Straub-Geige kehrt nach Friedenweiler zurück

Meldung aus Kandern
Historische Straub-Geige kehrt nach Friedenweiler zurück (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Historische Straub-Geige kehrt nach Friedenweiler zurück

Besonderes Kulturgut aus dem Heimat- und Keramikmuseum Kandern an seinen Herkunftsort übergeben

 

Ein Stück regionaler Geschichte hat seinen Weg zurück an den Ort gefunden, mit dem es seit Jahrhunderten verbunden ist. Bürgermeisterin Simone Penner übergab die historische Straub-Geige aus dem Bestand des Heimat- und Keramikmuseums Kandern an den Bürgermeister der Gemeinde Friedenweiler, Josef Matt. Damit kehrt das besondere Instrument an seinen Ursprungsort zurück.

 

Ausgangspunkt der Geschichte war ein Fund im Depot des Heimat- und Keramikmuseums Kandern. Dort entdeckte Museumsleiterin Jasmin Hartmann die historische Geige, die bereits seit Jahrzehnten zum Museumsbestand gehörte. Im Inneren des Instruments befindet sich ein handschriftlicher Zettel mit der Aufschrift „Max Straub, Friedenweiler, 1750". Dieser Hinweis legt nahe, dass die Geige aus der Werkstatt des Geigenbauers Max Straub stammt und ihren Ursprung in Friedenweiler/ Rötenbach hat.

 

Nach der Entdeckung beschäftigten sich Museumsleiterin Jasmin Hartmann intensiv mit der Geschichte des Instruments. Gemeinsam mit Simone Penner und Gemeinderäten im Arbeitskreis Museum kamen sie zu dem Entschluss, dass die Geige an den Ort zurückkehren sollte, mit dem sie historisch verbunden ist. In enger Abstimmung mit der Gemeinde Friedenweiler wurde die Übergabe vorbereitet.

 

„Es ist spannend zu sehen, welchen Weg historische Gegenstände im Laufe der Jahrhunderte zurücklegen. Von einem Geigenbauer zum nächsten und schließlich ins Heimat- und Keramikmuseums Kandern. Nun kehrt die Geige wieder an ihren Ursprungsort zurück", sagte Jasmin Harmann.

 

Die Unterlagen des Heimat- und Keramikmuseums belegen, dass die Schwarzwälder Geige im Jahr 1984 als Schenkung des Geigenbaumeisters Dr. Rudolf Eras in die Sammlung aufgenommen wurde. Vermutet wird, dass das Instrument aus dessen Privatsammlung stammt. Über viele Jahre wurde die Geige i in einem Schrank im Museum bewahrt und blieb so als Teil des regionalen Kulturerbes erhalten.

 

Da das Instrument thematisch nicht in das Sammlungskonzept des Heimat- und Keramikmuseums Kandern passt, entschied sich die Stadt Kandern bewusst dafür, die Geige an die Gemeinde Friedenweiler zu verschenken. Dort soll sie künftig bewahrt und nach einer fachgerechten Aufbereitung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Langfristig besteht sogar die Hoffnung, dass sie eines Tages wieder bei einem Konzert erklingen kann.

 

Die Rückgabe ist zugleich Ausdruck einer vertrauensvollen interkommunalen Zusammenarbeit und eines verantwortungsvollen Umgangs mit historischem Kulturgut. Museen sind nicht nur Orte des Bewahrens, sondern tragen auch Verantwortung dafür, die Geschichte ihrer Sammlungsstücke zu berücksichtigen und deren kulturelle Bedeutung zu erhalten.

 

Mit der Rückkehr der rund 275 Jahre alten Geige erhält Friedenweiler ein bedeutendes Zeugnis seiner eigenen Geschichte zurück. Ein Instrument, das nicht nur handwerkliches Können dokumentiert, sondern auch die kulturellen Verbindungen innerhalb des Schwarzwalds sichtbar macht.