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Mobilitätsnetzwerk im Kandertal und Oberrhein in den Startlöchern

In zwei Korridoren der Agglomeration Basel, dem Kandertal und dem Oberrhein, wollen zehn Kommunen gemeinsam ein Mobilitätsnetzwerk starten.

 

Im Netzwerk möchten sie, gefördert durch den Bund, eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung vorantreiben.
Den Netzwerkakteuren geht es dabei um die konkrete Umsetzung von Maßnahmen vor Ort für nachhaltige Mobilitätsangebote wie beispielsweise E-Ladesäulen und Sharing-Angebote. So sollen Mobilitätsstationen an zentralen Orten entstehen, von denen aus sich die Nutzung von Fahrrädern, Sharing-Fahrzeugen, das Laden von E-Bikes und E-Autos mit dem Umstieg in den Öffentlichen Nahverkehr verbinden lässt. Es sollen vor allem Lösungen erarbeitet werden, die auf der sogenannten ersten und letzten Meile die Anbindung zum Öffentlichen Nahverkehr ermöglichen und diesen ergänzen. Damit einher gehen soll auch eine deutliche Attraktivitätssteigerung des gemeindeübergreifenden Radverkehrs, des Fußverkehrs bis hin zu Maßnahmen der Verkehrsberuhigung und der Straßenraumgestaltung.


Die Sprecherin des Steuerungskreises, Bürgermeisterin Daniela Meier aus Rümmingen, fasst den Ansatz zusammen: »Unsere Gemeinden sind so vielfältig wie unsere Landschaft. Aber wir stehen alle vor ähnlichen Herausforderungen bei der Gestaltung der nachhaltigen Mobilität von morgen. Mit dem Netzwerk können wir koordiniert vorgehen und jede Gemeinde hat dennoch die Möglichkeit, sich auf ihre jeweiligen Schwerpunkte zu konzentrieren. Die Umsetzung benötigt viel Kraft und Ressourcen. Hier gibt uns die Förderung und die Bündelung im Netzwerk ganz andere Möglichkeiten.»


Die zehn Gemeinden liegen in zwei so genannten Korridoren des Agglomerationsprogramms Basel, dem Kandertal und dem Oberrheinkorridor. Im Kernraum der Agglomeration ist der Mobilitätswandel in vollem Gang. Aber auch für die angrenzenden ländlicheren Räume sind nachhaltige Mobilitätsangebote ein zunehmend wichtiger Standortfaktor. Nachhaltige und flexible Mobilität trägt zur Lebensqualität maßgeblich bei und sichert gute Verbindungen und Erreichbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen auch in der Zukunft.
Das Netzwerk möchte den Umstieg auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb und alternative Mobilitätsangebote erleichtern und attraktiver gestalten. Dazu kann auf vielfältige konzeptionelle Vorarbeiten zurückgegriffen werden, die zur Umsetzung gebracht werden sollen.
Hierzu gehören neben der Ladeinfrastruktur im Bereich E-Mobilität auch Mobilitätshubs, die unterschiedliche Arten der Mobilität miteinander verknüpfen. Ergänzt werden soll dies durch Sharing-Angebote verschiedener Verkehrsmittel. Beim Radverkehr geht es um Lückenschlüsse im Netz und die Verbesserung des Umstiegs auf den Öffentlichen Nahverkehr mit Bike & Ride-Angeboten. Das zu Fuß gehen soll attraktiver und sicherer werden.

Im Fokus steht gleichermaßen die Verknüpfung mit der Agglomeration und die Mobilität in und zwischen den Gemeinden des Netzwerkes. Die Struktur des Netzwerkes ist dabei so angelegt, dass jede Gemeinde aus dem gemeinsam definierten Themen- und Maßnahmenspektrum die Bereiche auswählt, die vor Ort die größte Dringlichkeit haben. So muss nicht jede Gemeinde alle Themen bearbeiten, aber alles wird gemeinsam gestaltet, so dass die Maßnahmen auch im System gut zusammenwirken und Synergieeffekte bestmöglich genutzt werden.


Für das Mobilitätsnetzwerk haben die Gemeinden am 3. Juni 2022 bereits einen Antrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Förderprogramms «Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)» gestellt.

Die Gemeinden wurden dabei unterstützt durch den Verein Agglomeration Basel, den Landkreis Lörrach und den Regionalverband Hochrhein-Bodensee, die als Projektpartner das Netzwerk auch während der Laufzeit des Förderprojektes weiter unterstützen und begleiten werden.
Im Fall des Zuschlags stünden über drei Jahre Fördermittel für die Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen und der gemeinsamen Abstimmung von Prioritäten und Aktivitäten in regelmäßigen Netzwerktreffen zur Verfügung. Die Förderquote beträgt 60 %. Mit den Fördermitteln werden die Kommunen mit zusätzlichen personellen Ressourcen verstärkt, um die Realisierung von Maßnahmen anzuschieben und zu begleiten. Für investive Maßnahmen, etwa den Bau von Mobilitätshub, sollen zusätzliche Fördermittel gemeinsam und gebündelt eingeworben werden.


Die Bundesmittel werden noch ergänzt durch Mittel aus dem Agglomerationsprogramm Basel und der Strukturförderung des Landkreises Lörrach (vorbehaltlich der Zustimmung des Umweltausschusses am 6. Juli 2022). In einer gemeinsamen Sitzung wurden die Gemeinderäte über das Mobilitätsnetzwerk informiert. Jetzt sollen die Beschlüsse dazu in den Gemeinderatsgremien herbeigeführt werden.
Die Netzwerkgemeinden aus dem Kandertal sind Binzen, Kandern, Rümmingen, Schallbach, Wittlingen. Aus der Oberrheinregion sind es die Gemeinden Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Schliengen, Bad Bellingen und Fischingen. Das Netzwerk ist das erste dieser Art im Landkreis Lörrach. Weitere Gemeinden können sich diesem anschließen.


«Das ist ein starkes verkehrs- wie klimapolitisches Signal aus den beiden Korridoren», betont der Verbandsdirektor Dr. Sebastian Wilske vom Regionalverband Hochrhein-Bodensee. «Die Gemeinden packen mit der Mobilitätswende eine der großen Herausforderungen in der Region an und gestalten aktiv ihre Zukunft. Wir unterstützen diese interkommunale Zusammenarbeit gerne und hoffen, dass das Beispiel in der Region Schule macht.»


Auch der Verein Agglo Basel begrüßt die Initiative zur Bildung eines Mobilitätsnetzwerkes im Doppelkorridor Kandertal und Oberrhein. Es sei wichtig, dass auch außerhalb des Agglomerationszentrums, in den eher ländlichen Gebieten, Ansätze für eine nachhaltige Mobilität entwickelt werden, erklärt Jessica Fässler, Leiterin des Agglomerationsprogramm der Geschäftsstelle Agglo Basel. Der Doppelkorridor habe somit eine Vorreiterrolle – der Verein Agglo Basel erhofft sich Erkenntnisse in Bezug auf die Implementierung einer nachhaltigen Mobilität im eher ländlichen Kontext zu gewinnen, die auf andere ländliche geprägte (Teil-)Korridore übertragbar sind.
Der Landkreis Lörrach bekennt sich auch strategisch zu klimapolitischen Zielen und der starken Rolle, die die Mobilität dabei spielt. Die Stabstellenleiterin Martina Hinrichs hebt den Leuchtturmcharakter des Mobilitätsnetzwerkes hervor. Die Aktivitäten im Doppelkorridor haben für den Landkreis Leuchtturmcharakter und sie seien beispielgebend für andere Städte und Gemeinden in der Region. Über die neu gegründete Stabsstelle Strukturpolitik & Nachhaltige Mobilität bringe sich der Landkreis gerne gemeinsam mit den anderen regionalen Partnern mit personellen Ressourcen ein.

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