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Volkstrauertag 2022

Ein herzliches Dankeschön gilt Pfarrer Dr. Mack,
Vikar Pater Yves Irakoze, der Stadtmusik Kandern und
dem Männergesangverein Kandern für die Mitgestaltung und
musikalische Umrahmung der Gedenkveranstaltung.

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Die Rede der Bürgermeisterin zum Volkstrauertag 2022

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrte Herren des Männergesangvereins Kandern,

liebe Musikerinnen und Musiker der Stadtmusik Kandern,
sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Mack und Vikar Pater Irakoze,

es ist Tradition, dass wir an diesem Ort über Kandern am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt gedenken und uns vor allem in Erinnerung rufen, was es bedeutet, damit Krieg und Gewalt unter den Menschen auf der Welt aufhört.

Ich bin dankbar, dass diese Gedenkveranstaltung heute in diesem Rahmen wieder stattfinden darf und wir gemeinsam gedenken und trauern dürfen und die Hoffnung auf eine bessere, friedvollere Welt nicht aufgeben werden.

Unter dem Eindruck der schrecklichen Erfahrungen zweier Weltkriege in Europa war es bisher unvorstellbar, dass er erneut zu einem Kriegsausbruch kommen könnte.

Leider mussten wir alle im Februar dieses Jahres erleben, wie die Hoffnung auf einen europäischen Frieden zerbrochen ist. Unverzeihlich ist der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Rücksichtslos. Grausam.
Die Bilder aus den Medien von geplünderten, zerstörten Städten, getöteten und verletzten Menschen, aber auch von erbittertem Wiederstand und mutigem Protest der Menschen vor Ort sind in unseren Köpfen. Unvorstellbar, was in den Köpfen derer, die es dort immer noch jeden Tag erleben müssen, los ist.

100-tausende Ukrainer haben ihre Heimat fluchtartig verlassen und der Strom von Geflüchteten bricht nicht ab.
Schutzsuchend kommen sie auch bei uns an und die große Solidarität in unserem Land, in unserer Stadt, trägt dazu bei, dass wir das Leid ein kleines bisschen mildern können. Wir sind dankbar für das große Engagement aller Helfenden.

Aber auch anderswo auf dieser Welt herrschen nach wie vor Krieg und Gewalt.
Ich möchte Ihren Blick unbedingt auch auf die mutigen Frauen im Iran lenken, die sich seit Wochen versammeln und gemeinsam für Ihre Rechte und Freiheit gegen ein menschenverachtendes Regime kämpfen.

Nicht zuletzt ist gerade auch in unserer „heilen“ Welt ganz aktuell ein Gewissenskonflikt zu beobachten. Denn so mancher von uns stellt sich die Frage, ob wir frohgemut und Fan-gewaltig die Fussball-WM schauen dürfen und feiern wollen, wenn in dem Land, wo gespielt wird, Menschenrechte missachtet werden.

Am heutigen Volktrauertag gedenken wir nun aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft weltweit. Wir erinnern und mahnen und hoffen und beten für Frieden und Versöhnung zwischen den Menschen.

Ich möchte dafür nun das Totengedenken, wie es 1952 der Bundespräsident eingeführt hat, verlesen:

"Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen, zu Hause und in der ganzen Welt."

So lassen Sie uns auch miteinander vertrauensvoll und zuversichtlich in die Zukunft blicken, auch wenn es in Anbetracht der vielen gleichzeitigen Krisen unserer Zeit nicht immer einfach ist.

Angst vor ungewissen Zeiten, Angst vor Verlust unseres Wohlstandes und somit ein Konzentrieren auf sich selbst und seine „heile“ Welt, die doch bitte nicht zerbrechen möge, auch wenn es anderswo in Europa und der Welt Krieg und Gewalt gibt, ist in unserer Gesellschaft längst angekommen. Wir müssen Acht geben, dass diese Angst nicht dazu führt, dass wir uns entzweien.

Nur gemeinsam, um Frieden und Versöhnung bemüht und ein jeder mit Verständnis und Rücksicht auf seinen Nächsten, wird es uns gelingen, den Frieden zu wahren.
Tragen wir diese Verantwortung miteinander und beten wir dafür, dass es uns und den Völkern der Welt jetzt und in Zukunft gelingen möge.

 

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Kandern

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